Venetian Resort, Las Vegas: Mordanschlag beim Firmenpicknick

Ein ehemaliger Angestellter hat die stellvertretende Casinoleiterin des bekannten „Venetian Hotel & Casino Resorts” bei einem Firmenpicknick gezielt erschossen. Zudem wurde der Geschäftsführer für Tischspiele lebensbedrohlich verletzt. Der Täter ist auf der Flucht.

Das Szenario gleicht einem Alptraum: Nach Aussagen anwesender Mitarbeiter sei der 42-jährige Ex-Angestellte Anthony Wrobel plötzlich, gegen Ende des Firmenpicknicks im Sunset Park aufgekreuzt. Unter dem Vorwand seine alten Kollegen überraschen zu wollen, holte er sich demnach Auskunft über den Verbleib der Führungsriege ein. Nachdem er den entsprechenden Pavillon ausfindig gemacht hatte, begab er sich an den Tisch und zog eine Pistole.

Aus nächster Nähe, ohne Vorwarnung, mit gezielten Schüssen in Brust und Kopf, wurde die 54-jährige stellvertretende Casinoleiterin Mia Banks regelrecht hingerichtet. Hector Rodriguez, der Geschäftsführer für Tischspiele, überlebte hingegen die schweren Schussverletzungen. Laut Aussagen des Sunrise Hospitals Nevada, befindet er sich inzwischen wieder außer Lebensgefahr.

Anthony Wrobel ergriff im Anschluss an die Bluttat die Flucht und befindet sich aktuell noch auf freiem Fuß. Wie die Polizei in einer Pressekonferenz mitteilte, fahndet auch das FBI nach dem Gewalttäter. In Nevada droht Wrobel unter Umständen die Todesstrafe.

Racheakt aus Niedertracht

Anthony Wrobel war über 15 Jahre lang als Dealer für das zur „Las Vegas Sands Corporation“ gehörende Casinohotel tätig. Wann genau und weshalb Wrobel das Venetian Resort nach so langer Zeit verließ ist bis dato nichts bekannt. Seinen Ex-Kollegen ist er jedoch als übellauniger und reizbarer Mitarbeiter im Gedächtnis geblieben.

Das Venetian Resort in Las Vegas

Im Venetian-Luxusresort am Las Vegas Sunset Strip war der Verdächtige Anthony Wrobel über 15 Jahre lang angestellt. (Bildquelle)

Polizei und FBI warnen indessen vor Anthony Wrobel, der auf dem Fahndungsbrief als ein 1,52 Meter großer, 90 Kilogramm schwerer Mann mit Schnäuzer und Kurzhaarschnitt beschrieben wird, als bewaffnet und höchstgefährlich eingestuft. Eindringlich wird der Öffentlichkeit geraten bei Sichtung Abstand zu halten.

Wrobels Auto, ein violett-schwarzer Dodge, wurde kurz nach der Tat am McCarran-Airport sichergestellt, bisher glauben die Ermittler jedoch nicht, dass Wrobel es außer Landes geschafft hat.

Die Beamte sehen im Fall Wrobel keineswegs den Amoklauf eines Irren. Erste Tatortanalysen lassen vielmehr auf den durchgeplanten Anschlag eines eiskalten Killers und Soziopathen schließen. Zum Tatmotiv äußerte sich Polizei-Leutnant Robert Plummer, der von einem Racheakt aus fehlgeleitetem Frust ausgeht und Wrobel somit Mord aus niederen Beweggründen vorwirft.

Der Polizist sieht in Wrobel folglich einen „frustrierten Angestellten, nicht glücklich in seinem Zustand, der zur Gewalt griff, um eine Problem zu lösen, das er persönlich hatte.“ Er spricht außerdem von einem exemplarischen „Fall von Gewalt am Arbeitsplatz.“ Der Beamte ist sich aber sicher, dass eine zufällige Gewalttat auszuschließen ist.

50.000 Belohnung

Sowohl der lebensgefährlich verletzte Hector Rodriguez als auch die ermordete Mia Banks gelten im Venetian-Resort als Mitarbeiter der ersten Stunde seit der Eröffnung im Jahr 1999. Im Venetian-Luxusresort am Las Vegas Sunset Strip war der Verdächtige Anthony Wrobel über 15 Jahre lang angestellt. In einer Presseerklärung hat die Las Vegas Sands Corporation daher ungleich schwere Betroffenheit zum Ausdruck gebracht:

„Mia und Hector sind seit unserer Eröffnung fester Bestandteil von Venetian. Als Führer und Mitglieder unserer Las Vegas Community, haben sie immer das Beste für das Venetian und unseren Palazzo bewirkt. Unsere Herzen sind bei beiden Familien und allen, die von diesem sinnlosen Akt der Gewalt betroffen sind.“

Für Informationen die zur Ergreifung des Verdächtigen führen wurde von der Las Vegas Sand Corporation eine Belohnung von 50.000 $ ausgesetzt. Auch sollen die Familien beider Opfer in den kommenden „schwierigen Zeiten“ unterstützt werden, besonders im Hinblick auf ihre Privatsphäre. Ein Psychologe der Polizei kümmert sich zurzeit um die beim Firmenpicknick anwesenden Venetian-Mitarbeiter.

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