Kreatives Marketing: Paddy Power’s Suche nach Trump Experten

Der irische Buchmacher Paddy Power sucht derzeit einen „Head of Trump Betting“, verantwortlich für den Wettmarkt rund um den neuen US-Präsidenten. Die Stellenausschreibung ist Teil einer Marketingkampagne, die mit viel Humor Aufmerksamkeit auf den Markt der Politwetten lenken soll. Der Anbieter selbst weist allerdings auf die Ernsthaftigkeit seiner Pläne hin – schließlich habe man in der Vergangenheit herbe Verluste in diesem Bereich hinnehmen müssen.

Wettmärkte um Donald Trump bei Paddy Power

©Paddy Power Betfair
Die anspielungsreichen Wettmärkte rund um Trump: Die Kunden sollen den Knopf drücken, bevor er es tut.

Sowohl bei der US-Präsidentschaftswahl als auch beim britischen Austrittsvotum aus der europäischen Union hatten die Buchmacher mit anderen Ausgängen gerechnet. Daher boten sie vergleichsweise gute Quoten für die, ihrer Meinung nach unwahrscheinlichen Ereignisse, an und erlitten Millionenverluste. Laut Paddy Power, die allein durch die US-Wahl etwa 4 Mio. Euro einbüßten, wird es daher Zeit für einen echten Politikexperten, der die „Trumpwetten“ erstellen und überwachen soll.

Da die Suche bislang erfolglos verlaufen ist, gab das Unternehmen am 1. April die Einstellung von Nigel Farrage bekannt. Der Politiker solle Paddy Power in politischen Fragen beraten und bei der Auswahl eines geeigneten Kandidaten assistieren. Viele Kommentatoren in den sozialen Medien hielten die Wahl des bekennenden EU-Gegners Farrage für einen schlechten Aprilscherz, doch Paddy Power beharrt auch hierbei auf der Ernsthaftigkeit seiner Absichten. Farrage habe Brexit und US-Wahl korrekt vorhergesehen und sei daher besonders gut geeignet, einen „Head of Trump Betting“ auszuwählen.

Nigel Farage und Paddy Power: Zusammenarbeit oder Aprilscherz?

©Paddy Power Betfair
Aprilscherz oder ernst gemeint? Nigel Farrage soll Paddy Power helfen.

Ein ironischer Schlagabtausch zwischen Paddy Power und Farrage auf Twitter lässt zwar eher auf einen gemeinsamen Marketing-Gag schließen, doch unmöglich erscheint die Zusammenarbeit nicht. Denn der Buchmacher betreibt tatsächlich einen umfänglichen Markt für Politikwetten – insbesondere um Donald Trump. Als Grund dafür wird der massive Anstieg des Kundeninteresses genannt, verglichen mit der Präsidentschaft Barack Obamas sei das Wettvolumen um den Faktor 50 angestiegen. Dafür sorgt vor allem die Unberechenbarkeit des neuen Amtsinhabers, die viele unterschiedliche Wettszenarien ermöglicht. Bei Paddy Power können unter anderem Wetten auf ein vorzeitiges Ende der Präsidentschaft abgeschlossen werden. Auch verschiedene Gesetzesvorhaben können getippt werden. So gibt es beispielsweise eine Quote von 300:1, falls Trump das Wahlrecht für Frauen abschaffen oder allen Mexikanern die US-Staatsbürgerschaft anbieten würde.

Einige für Europäer befremdliche Szenarien traut Paddy Power dem neuen Präsidenten aber durchaus zu: Für ein Verbot von Abtreibungen gibt es lediglich eine 3:1 Quote, ein Verbot der Evolutionstheorie wird mit 50:1 ebenfalls nicht für ausgeschlossen gehalten. Realistischer erscheint allerdings ein baldiger Rücktritt des Pressesprecher Sean Spicer, wofür es immerhin eine 3:1 Quote gibt. Andere Wetten dienen eher der Belustigung der Besucher, so zum Beispiel eine 500:1 Quote, sollte der Präsident Treppen verbieten. Damit spielt Paddy Power auf das im Januar diskutierte Gerücht an, Donald Trump fürchte sich vor Stufen und Bakterien auf Treppengeländern.

Zwar sind Wetten auf politische Ereignisse eher ein Nischenprodukt, doch Paddy Power’s Marketingkampagne könnte durchaus Interesse wecken. Vielleicht geling es den Iren, Politikwetten wieder großartig zu machen. Einen Besuch des Angebots, allein der skurrilen Wettideen wegen, können wir durchaus empfehlen.

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