Großbritannien verbietet Wetten auf EuroMillions

Das britische Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport (DCMS) hatte im November 2017 angekündigt, Wetten auf nicht-britische EuroMillions-Auslosungen durch eine Reform zu verbieten. Mit der nun erfolgten Umsetzung sollen vor allem die nationalen Lotterien geschützt werden. Das Verbot wird nicht von allen Seiten begrüßt.

Zukünftig ist es britischen Wett-Kunden untersagt an nicht-britischen Auslosungen der transnationalen Lotteriegemeinschaft EuroMillions teilzunehmen, so lautet der kürzlich veröffentliche Gesetzesbeschluss des DCMS, nach mehrmonatiger Überprüfung der Gesetzesgrundlagen.

Vertreter aus Politik und Branche hatten sich diesbezüglich schon seit März 2017 beraten – debattiert wurde über eine Gesetzeslücke, die es internationalen Glücksspiel-Webseiten und privaten Anbietern wie Lottoland oder Multilotto ermöglichte, Wetten auf nationale EuroMillions-Auslosungen anzubieten. Das Urteil nach Abschluss der Untersuchung wurde im November 2017 durch das DCMS bekannt gegeben:

„Wir sind der Meinung, dass das Wetten auf nicht-britische EuroMillions-Auslosungen sowohl der Absicht als auch dem Geist des Abschnitts 95 unseres Glücksspielgesetzes widerspricht. Ebenso dem etablierten Grundsatz, dass ausländische Betreiber keine Wetten auf nationale Lotterien anbieten dürfen.“

Weiterführend wies das Ministerium darauf hin, dass sich der Wettbetrieb über nicht-britische Anbieter negativ auf die Gewinne der britischen Nationallotterie (UK National Lottery) auswirke, was zu Lasten des Allgemeinwohls ginge. Durch die Umsetzung des Gesetzes würden Erträge für den guten Zweck sichergestellt.

Mit der Entscheidung spielen die Gesetzesgeber den nationalen Lotteriebetreibern Großbritanniens zu und befinden sich andererseits auf Konfrontationskurs mit diversen ausländischen Online-Anbietern. Von Seiten des DCMS heißt es zu dem Konflikt:

„Wir sind uns den Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen bewusst und werden die Lizenzbedingungen so anpassen, dass sie unseren Vorstellungen entsprechen, die Verwirrung der Verbraucher verringern und die Erträge für gute Zwecke im Vereinigten Königreich schützen. Nationale Wettanbieter können natürlich weiterhin Wetten auf internationale Lotterien anbieten.“

Neues Gesetz polarisiert

Derweilen wird die Regierung von Seiten des britischen Online-Lottobunds Lotto Social – ebenfalls Anbieter von EuroMillions – für ihr konsequentes Vorgehen zum Schutz des nationalen Wettmarkts gelobt. Die Lotto Social-Direktorin Almira Mohamed bekundet:

„Es ist ermutigend, dass die Regierung die Risiken der besagten Lotteriewetten erkannt hat und dass aus den Verkäufen der britischen Nationallotterie Gelder für wohltätige Zwecke fließen. Wir müssen aber auch erkennen und verstehen, dass sich die Verbraucher in Zeiten der Sparpolitik kostengünstigere Wege suchen, um nationale Lotterien zu spielen.“

Für den Sektor fordert Mohamed daher mehr Innovation. Demnach sollen sich Verbraucher zunehmend in Spielgemeinschaften, sogenannten Syndikaten, organisieren, um Spielkosten zu teilen und gleichzeitig ihre Gewinnchancen zu erhöhen.

Auf anderer Seite wird das Verbot des britischen Ministeriums massiv durch die Lotto Betting Group angefeindet – die Gruppe besteht aus betroffenen Unternehmen wie WorldLottery Club, Lottoland, Jackpot.com und Multilotto. Bereits nach der Ankündigung des Verbots im November, hatte Lottoland-Chef Nigel Birrel die Pläne der britischen Regierung zurückgewiesen:

„Wir glauben, dass eine derartige Entscheidung ungerechtfertigt ist und einen gefährlichen Präzedenzfall für eine Politik auf beweislosen Grundlagen darstellt. Es wird nichts verändern, außer die Innovation der Branche zu ersticken.“

In einem Schreiben der Lottogruppe an das Ministerium aus Februar diesen Jahres, wird dem Statement des Lottoland-Chefs weiter Nachdruck verliehen:

„Es gibt keine ökonometrischen Beweise, die die Behauptung stützen, dass das Wetten auf nicht-britische Euromillions-Auslosungen statistisch signifikante Auswirkungen auf den Verkauf von EuroMillionen-Tickets im Vereinigten Königreich hat.“

In den letzten zwei Jahren ist es nach Angaben des britischen Verwaltungsgremiums NAO (National Audit Office) zu einem Rückgang der nationalen Lotterieerträge für gute Zwecke gekommen, was auf eine Abkehr der Kunden von UK National Lottery zurückzuführen sei. Hier ist allerdings kein Ausweichen auf anderweitige Lotterieangebote zu verzeichnen, sondern eine Hinwendung zu sonstigen Online-Games, worin sich die Verärgerung der Lotto Betting Group über das EuroMillions-Verbot hauptsächlich begründet.

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