GambleAware gibt Zusammenarbeit mit Fussballclub bekannt

Das britische Premier League Team Crystal Palace arbeitet zukünftig mit der Wohltätigkeitsorganisation GambleAware zusammen. Eine gemeinsam erarbeitete Aufklärungskampagne soll vor den Risiken des Glücksspiels warnen. Ein Novum im britischen Profifussball.

Selhurst Park Stadion

Im Selhurst Park Stadion in London wird Crystal Palace Werbung für GambleAware machen und auf die Gefahren von Sportwetten aufmerksam machen. (Bildquelle)

Wetten steigern das Interesse am Sport, Fussball steigert das Interesse an Wetten. Diese symbiotische Beziehung zwischen Sport und Glücksspiel, die sich nicht zuletzt in zahlreichen Sponsoringdeals widerspiegelt, wird durch die Zusammenarbeit von Crystal Palace und GambleAware ein Stück weit unterbrochen. Der englische Proficlub, derzeit 16. der Premier League, will zusammen mit der Spielsuchtorganisation auf die Gefahren von Sportwetten aufmerksam machen. Bislang sind Vereine, darunter übrigens auch Crystal Palace, eher als Werbeträger für die Buchmacher aktiv.

Dass es sich bei Sportwetten um ein Glücksspiel handelt und die eigene Expertise keine Gewinne garantiert, ist den meisten Fans wohl klar. Dieser Aspekt wird im Fussball allerdings kaum thematisiert. In Werbespots, auf den Trikots der Vereine und auf den Banden im Stadion begegnen den Zuschauern zumeist Botschaften, die den Spaß am Wetten betonen. Dieser in Großbritannien beinahe allgegenwärtigen Werbung für Glücksspiel steht mit GambleAware eine spendenfinanzierte Organisation gegenüber, die über die Risiken des Spiels aufklärt und bei der Suchtberatung hilft.

Durch den Deal mit dem Erstligisten Crystal Palace wird GambleAware vor allem mehr Sichtbarkeit erhalten. Die Botschaft der Organisation „BeGambleAware!“ (etwas holprig übersetzt: „Sei glücksspielwachsam!“) soll sowohl als Bandenwerbung als auch auf den Monitoren im Selhurst Park Stadion angezeigt werden. Für GambleAware Geschäftsführer Marc Etched stellt die Vereinbarung einen „wichtigen ersten Schritt zu einer tieferen Antwort auf die immer engere Beziehung zwischen Glücksspiel und Fussball“ dar.

Buchmacher und Vereine sind eng verknüpft

In den europäischen Ligen sind Sportwettenanbieter allgegenwärtig. Etwa die Hälfte der Premier League Teams laufen mit Trikotsponsorings der Branche auf. Viele Ex-Profis werben offensiv für die Unternehmen, in Deutschland etwa Oliver Kahn für den Anbieter Tipico. Auch die Spieler von Crystal Palace, die nun die Schattenseiten dieses Bündnisses thematisieren, tragen mit ‚ManBetX‘ einen solchen Markennamen auf ihrer Arbeitskleidung. Die Wettfirma begrüßt die neue Partnerschaft mit GambleAware allerdings, schließlich geht es dabei nicht gegen das Wetten als solches, sondern „für verantwortungsvolles Wetten“. Geschäftsführer Jon Collins spricht von einer Verantwortung seines Unternehmens, „Jene zu unterstützen, die Spielsüchtigen Hilfe und Beratung anbieten“.

Als Premier League Club erkennen wir unsere Verantwortung, sicheres und verantwortliches Spiel zu fördern. Ich bin froh, dass Crystal Palace als erster Club eine Partnerschaft mit GambleAware eingegangen ist, und ich hoffe wir können helfen, die Aufmerksamkeit für ihr Angebot, Hilfsbedürftigte zu unterstützen, zu steigern. Steve Parish, Vorstandsvorsitzender von Crystal Palace

Sportwetten zählen zu den komplexeren Glücksspielen, da sie, anders als etwa Roulette, nicht vollständig vom Zufall abhängig sind. Sie weisen eine Geschicklichkeitskomponente auf, Profis sind teilweise in der Lage, an ihren Wetten zu verdienen. Dies gelingt ihnen entweder aufgrund von mathematischen Fähigkeiten, sie können dann vorteilhafte Quoten erkennen, oder aufgrund eines Informationsvorteils gegenüber dem Buchmacher. Ihr Status als reines Glücksspiel ist daher umstritten, was bei manchen Wettspielern zu Selbstüberschätzung führt. Sie glauben aus ihrer eigenen Sachkenntnis heraus profitable Wetten abschließen zu können und neigen zu riskanten Einsätzen. Um über diese Probleme aufzuklären, verlässt sich GambleAware nicht nur auf die Partnerschaft mit Crystal Palace – die Organisation plant derzeit eine millionenschwere Aufklärungskampagne.

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