Die Geschichte des Blackjack – von Frankreichs Königshäusern zu Online Casinos

Streitende Kartenspieler und der Tod, Gemälde von Jan Lievens, Niederlande, 1638Das beliebteste aller Casino-Kartenspiele hat eine bewegte und interessante Geschichte hinter sich. Das Spiel hat sich dabei in den rund 300 Jahren aus den verschiedensten Gründen ständig verändert, bis es heute zum großen Variantenreichtum verschiedenster Spielvarianten gekommen ist. Es gibt dabei keinen klaren Zeitpunkt oder den „Erfinder“ des Blackjacks, wie es heute gespielt wird.

Die Ursprünge des Blackjacks liegen im französischen Kartenspiel Vingt-et-un, welches übersetzt einfach nur “einundzwanzig” heißt. Im 18.Jahrhundert erlangte das Spiel am französischen Hof enorme Beliebtheit und trat daraufhin seinen Siegeszug als beliebtestes Kartenglücksspiels an.

Die Ursprünge im 18.Jahrhundert

Es gibt mehrere Ursprünge, aus denen das Spiel Vingt-et-un hervorgegangen sein könnte. Möglich sind dabei das spanische Trente-un (Einunddreißig), das italienische Sette de Mezzo (Siebeneinhalb) oder das ebenfalls französische Quinze (Fünfzehn).

Sette de Mezzo (Italien)
Siebeneinhalb Punkte beim Sette de Mezzo
Beim italienischen Siebeneinhalb wird mit einem Deck aus 40 Karten gespielt. Bildkarten zählen einen halben Punkt und Ass bis 7 entsprechend ihrem Nominalwert.
Trente-un (Spanien)
Spanisches Blatt für Trente-un
Bei diesem Spiel muss man so nah wie möglich an 31 Punkte kommen, die Bildkarten zählen hier aber nicht pauschal 10, sondern ihrer Reihenfolge nach 11, 12 und 13 Punkte.

Die möglichen Vorläufer des Vingt-et-un sind zum Beispiel das spanische Trente-un (31), das italienische Sette et Mezzo (Siebeneinhalb) oder das französische Quinze (15). All diese Spiele schreiben den Karten bestimmte Werte zu und das Ziehen weiterer Karten hat das Ziel, so nah wie möglich an eine bestimmte Punktzahl zu kommen, ohne sich dabei zu überkaufen. Einige davon hatten sogar eine flexible Punktzahl für das Ass. All diese Spiele sind deutlich älter als Vingt-et-un (15.-16. Jahrhundert), der große Erfolg des Vingt-et-un gegenüber den anderen Spielen ist aber darin begründet, dass mehr Können erforderlich war, anstatt sich einzig und allein auf das Kartenglück verlassen zu müssen.

Noch im 18. Jahrhundert brachten französische Einwanderer das Spiel nach Amerika, wo es fortan 21 genannt wurde. Allerdings waren die Regeln zum damaligen Zeitpunkt teilweise noch weit von den heutigen entfernt. Es gab zum Teil mehrere Setzrunden zwischen den gezogenen Karten, es lag die zweite Dealerkarte von Anfang an offen oder der Dealer bestimmte noch selbst, ob er weitere Karten zieht. Aber es dauert nicht sehr lang, bis sich zumindest die allgemeingültige Zugregel für den Dealer etablierte, bei 16 noch zu ziehen und bei 17 stehen zu bleiben.

Das 19. Jahrhundert in Amerika

Ein historisches Hinweisschild für Glücksspieler, sich bei den Mississippi Raddampfern beim Kapitän melden zu müssenWährend in Europa das Spiel wegen diverser Verbote kaum noch gespielt wurde und so auch keine weitere Verbreitung mehr fand, wurde „21“ im 19. Jahrhundert in Amerika zu einem der wichtigsten Glücksspiele überhaupt. Die ersten legalen Bank-Spiele entstanden 1820 in New Orleans. Private Spiele, bei denen einzelne Personen die Rolle der Bank bzw. des Dealers übernahmen, waren in der Bevölkerung aber bereits weit verbreitet. Aufgrund der Einfachheit (es war für das Spiel nur ein Kartendeck erforderlich) verbreitete sich das Spiel in ganz Amerika wesentlich schneller als zum Beispiel das Roulette, für das man einen großen Spieltisch plus Kessel brauchte, der nicht so einfach aufzustellen war.

Madame Mustache Eleanore DumontBesondere Berühmtheit erlangte in dieser Zeit Eleanor Dumont. Sie kam in jungen Jahren als Einwanderer von Frankreich nach Amerika und verdiente ihr Geld als Dealerin in zahlreichen Städten in ganz Amerika. Mitte des Jahrhunderts eröffnete sie ihren eigenen Spielsalon namens „Vingt-et-un“ in Nevada City, Kalifornien. Nur die reichsten Spieler wurden eingelassen und sie akzeptierte jede Einsätze, egal wie hoch. Dabei dealte sie weiterhin selbst die Karten.

Der Salon wurde nicht nur aufgrund der Tatsache berühmt, dass eine Frau die Karten austeilte – was zu der Zeit schon eine Seltenheit war – auch wegen ihrer Schönheit zog sie viele Verehrer aus weiten Teilen des Landes an. Diesen Umstand nutzte sie clever aus. Sie flirtete zwar etwas mit den Spielern, aber hielt sie weiter auf Distanz. Das Geschäft lief hervorragend bis zum Ende des Goldrausches, danach ging es mit Eleanor Dumont finanziell und persönlich bergab, bis sie sich einige Jahre später überschuldet wahrscheinlich Selbstmord beging.

Das 20.Jahrhundert – Die Zeit der großen Casinos

Das Spiel hieß nach wie vor „21“ und erlangte weitere Berühmtheit, als der Staat Nevada offiziell das Glücksspiel legalisierte. Um die Spieler so zahlreich wie möglich anzuziehen, entschlossen sich die Casinos dazu, eine besondere Auszahlung von 10:1 zu bieten, wenn der Spieler seine 21 Punkte mit einem Pik Ass und einem schwarzen Buben (egal ob Kreuz oder Pik) machte. Aufgrund dessen wurde das Spiel fortan Black Jack genannt, allerdings wurde diese Bonusauszahlung relativ schnell wieder aus den Spielregeln gestrichen. Mit der offiziellen Legalisierung durch die Nevada Gaming Commission war es auch erforderlich, die Regeln des Spiels zu standardisieren, was im Wesentlichen zu den heute allgemeingültigen Regeln geführt hat.

Das frühe Las Vegas mit den ersten großen Casinos
Las Vegas aus den 40er Jahren

Wie das Kartenzählen das Spiel veränderte

Um 1950 herum begannen die ersten Spieler, sich mit der Methode des Karten Zählens einen Vorteil gegenüber dem Casino zu verschaffen. Dies wurde von den Casinos bereits bemerkt und diverse Spieler wurden dafür schon rausgeworfen. Vier Spieler (Baldwin, Cantey, Maisel, McDermott) veröffentlichen 1957 das Buch „Playing Blackjack to Win“. Das Buch blieb aber weitestgehend unbeachtet, bis 1962 „Beat the Dealer“ von Edward. O. Thorp erschien.

Sein Buch wurde ein Riesen-Erfolg und wird auch heute noch als die Geburtsstunde des Kartenzählens angesehen. In seinem Buch beschrieb er das sogenannte 10-Zählsystem (10-Count-System), mit dem er zwei Zahlen rückwärts zählte: alle Zehnen (16) sowie alle anderen Karten (36) welche bereits gedealt wurden. Gleichzeitig berechnete er daraus zu jedem Zeitpunkt die Thorp-Rate (Thorp-Ratio) um basierend darauf mit höheren Einsätzen mehr Geld zu gewinnen. Aber wie ihr bereits bemerkt, wurde damals noch mit einem Deck gespielt. Mit 8 Decks und einem Startwert von 128 und 288 sieht die Berechnung schon etwas komplizierter aus.

Die Casinos erhöhen die Anzahl der Decks

Die Casinos reagierten erst jetzt wirklich auf das schon seit Jahren bekannte Kartenzählen und erhöhten die Anzahl der gespielten Decks auf 2 und sehr bald später schon auf 4. Auch wurde der Kartenschuh nicht mehr vollständig zu Ende gespielt. Gleichzeitig wurden aber auch die Anzahl der Blackjack Tische massiv erhöht, um den Ansturm der neuen Spieler auszunutzen, die nun versuchten mit dem Karten Zählen Geld zu verdienen. Den meisten gelang es nämlich mangels Talent, Geduld oder Durchhaltevermögen nicht und verloren trotzdem ihr Geld.

1966 erschien die zweite Ausgabe von „Beat the Dealer“, in der der Computerwissenschaftler Harvey Dubner sein neues Hi/Lo System vorstellte. Mit Hilfe der Computer war es nun auch möglich, sich sehr schnell an die Änderungen der Casinos anzupassen und die geeignete Strategie dafür zu finden. Die Casinos hingegen ließen die Spieler sogar freiwillig Karten Zählen. Selbst der Floorman oder die Dealer verteilten Strategietabellen, in denen man für knifflige Situationen den richtigen Spielzug finden konnte. Dies war allerdings nicht ausreichend, um den Hausvorteil des Casinos zu schlagen. Die Spieler hingegen fühlten sich sicher und spielten munter drauflos.

Edward O. Thorp, der Vater des Kartenzählens
Edward Thorp machte das Kartenzählen in der breiten Masse bekannt

Gleichzeitig erkannte der Privatdetektiv Robert Griffin das Problem der Casinos die „gefährlichen Kartenzähler“ auszumachen. Er veröffentlichte ein Buch mit Fotos und Profilen aller bekannten Verdächtigen und verkaufte es an alle Casinos. Dieses Buch hielt er ständig aktuell und verkaufte regelmäßig neuen Ausgaben. Die Casinos konnten nun sehr schnell die Spieler entlarven und Gegenmaßnahmen ergreifen und wiegten sich selbst in trügerischer Sicherheit – bis 1971 die Zeit der Team Strategien begann.

Der erste große Blackjack Spieler

1971 war Al Francesco ein bekannter Kartenzähler und versucht dabei so unauffällig wie möglich zu bleiben. Sein Bruder spielte, während er nur danebenstand und sich mit ihm unterhielt. Immer wenn sein Bruder einen hohen Betrag setze, brachte er zusätzliche $100 in der Gewissheit, dass sein Bruder mitzählte und sich eine vorteilhafte Situation bot. Seine großspurige und auffällige Art zu setzen erregte auch den sogenannten Pit Boss (Floorman, Manager der Tische). Zu seiner Überraschung wurden ihm aber gratis Übernachtungen angeboten und er wurde zum ersten Big Blackjack Player der Geschichte.

Ken Uston schrieb 1977 das Buch The Big PlayerNach dieser Erfahrung kam ihm konsequenterweise die Idee, andere Spieler als Counter auszubilden, die ihm ein geheimes Zeichen gaben, wann er seine große Show mit den höchsten Einsätzen abziehen konnte. Einer der Zähler war damals der Vize-Präsident der Pacific Stock Exchange Ken Uston. Dieser veröffentlichte aber sehr zum Ärger von Francesco (Al wurde daraufhin aus allen Casinos verbannt) 1977 sein Buch „The Big Player“, in dem er diese Methode offenlegte. Dieses Buch war die Grundlage für die nun verstärkt auftretenden Zähl-Teams wie das berühmte MIT-Team oder das Tommy Hyland Team. Daraufhin mussten die Casinos erneut ihre Regeln anpassen und die Größe des Kartenschuhs wurde auf heute übliche 8 Decks erhöht. Außerdem wurde die Trennkarte nun noch weiter nach vorn verschoben, um profitable Situationen gegen Ende des Schuhs gänzlich zu vermeiden.

Heute ist es theoretisch immer noch möglich, den Hausvorteil zu schlagen. Allerdings ist der Profit im Verhältnis zum benötigten Kapital nur noch sehr klein. Außerdem bedarf es sehr großer Ausdauer und Konzentration sowie ein erweitertes und komplizierteres Zählsystem. Gleichzeitig sind Dealer und Manager sehr gut geschult und können Zähler deutlich zuverlässiger identifizieren. Das Karten Zählen ist bis heute nicht verboten, wie das Atlantic City Supreme Court nach einer Klage Francescos festgestellt hat.

Online Blackjack – eine neue Ära beginnt

Auch nach all den Maßnahmen der Casinos gegen Kartenzähler erfreut sich das Spiel bei den Besuchern Las Vegas´ und überall auf der Welt weiterhin großer Beliebtheit. Nachdem es seit den 80ern aber rund um das Kartenzählen ruhiger wurde, kamen die nächsten großen Änderungen erst mit dem Boom des Internets. In den allerersten Online Casinos konnte man bereits das Blackjack in seiner Standard-Version spielen. Bald aber folgten auch Spiele mit alternativen Regeln und die reine Ausführung als Computerprogramm ermöglichte bald noch viele weitere, zum Teil sehr ausgefallene Spielvarianten.

Heute gibt es mehr als 100 Blackjack Spiele mit den unterschiedlichsten Kombinationen aus den einzelnen Regelvarianten. Dazu kommen noch diverse Seitenwetten wie 21+3, Perfect Pair oder Super 7s und sowie progressive Jackpots. Aber auch beim Grundprinzip selbst gibt es Innovationen, an die in den landbasierten Casinos noch keiner gedacht hatte.

Neue Blackjack Varianten die es so nur in Online Casinos gibt

Ein Beispiel dafür ist das Blackjack Switch, bei dem der Spieler immer mit zwei separaten Händen spielt und dafür jeweils einen Einsatz zu bringen hat. Dafür darf er nach dem Austeilen der Starthand entscheiden, ob er die beiden oberen Karten miteinander tauschen möchte. Mit dieser Option kann man die Ausgangslage für beide Hände verbessern und so bessere Entscheidungen treffen. Bei der Variante 21 Duel werden zusätzlich zur ersten Startkarte in der Mitte zwei Gemeinschaftskarten offen ausgeteilt und sowohl der Dealer als auch der Spieler müssen sich für eine dieser beiden Karten entscheiden und diese für die aktuelle Runde zwingend weiterverwenden. Dabei kann es natürlich auch vorkommen, dass sich alle für die gleiche Karte entscheiden.

Ein großer Nachteil des Online Blackjack ist allerdings, dass das Karten Zählen praktisch nicht mehr möglich ist. Es wird zwar ein virtueller 6-8 Deck großer Kartenschuh verwendet, allerdings werden die Karten nach jeder einzelnen gespielten Hand erneut eingemischt. Dank der Computertechnik ist das Mischen der Karten innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde zuverlässig erledigt. Das Gleiche gilt auch für Single Deck Games, welche es in den landbasierten Casinos wegen des Kartenzählens schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.

Live Blackjack – das Online Spiel mit echten Dealern

Seit den ersten Online Casinos können Spieler rund um die Uhr viele verschiedene Blackjack Varianten spielen und sogar kostenlos ausprobieren. Und trotz der vielen Vorteile, die das Spiel im Internet mit sich bringt, fehlt vielen Spielern die Atmosphäre eines richtigen Casinos. Auch vertrauten einige Spieler nie so wirklich den Zufallszahlengeneratoren, da man jetzt nur noch das Ergebnis in der Software angezeigt bekam. Die Nachfrage nach echten Spielen war nach wie vor groß.

Die ersten Live Casino Games
Die ersten Streams aus echten Casinos
In den ersten Live Games befand sich die Kamera an der Decke eines echten Casinos. Die Qualität der Streams war Anfang 2000 noch weit von den heutigen Möglichkeiten entfernt.
Moderne Live Dealer Spiele
Spezielle Studios für optimale Übertragungsqualität der Live Spiele
Heute werden die Live Dealer Spiele in speziellen Studios veranstaltet, die speziell für die Übertragung ins Internet optimiert wurden. Die Qualität erreicht dabei sogar HD.

Die ersten Versuche das Spiel von der Spielbank nach Hause auf den PC zu holen war nur von mäßigem Erfolg. Anfang der 2000er Jahre gab es die ersten Streams aus echten Casinos, allerdings war weder die Bildqualität, noch das Spielerlebnis befriedigend. Interessant wurde es erst im Jahr 2006, als man eigens für Internet Casinos speziell Studios einrichtete, um dort mit besser platzierten Kameras, modernerem Equipment und natürlich auch der Möglichkeit der Interaktion mit dem Dealer ein komplett neues Spielerlebnis zu bieten.

Die ersten Kinderkrankheiten dieser Live Casinos (Kamerawinkel, Größe der Karten und Indizes, begrenzte Spieleranzahl) sind heute behoben und die Bildqualität erreicht teilweise schon HD-Auflösungen. Einen Nachteil haben die Live Blackjack Spiele allerdings: es gibt keine wirkliche Auswahl an Spielvarianten. Neben einer Vielzahl an verschiedenen Tischlimits gibt es hier und da lediglich ein paar andere Seitenwetten (meist auch nur abhängig vom jeweiligen Provider).

Blackjack Party Spiel des Jahres 2013 (EGR Awards)

Ein herausragendes Spiel ist aber Blackjack Party. Im Wesentlichen handelt es sich auch hierbei um das Klassische Blackjack, allerdings wird der Tisch von zwei Dealern geleitet. Während einer alleinig für das Austeilen der Karten verantwortlich ist, unterhalten beide zusammen die Spieler und chatten mit ihnen. Das sehr niedrige Limit von nur 50 Cent trägt ebenfalls zur lockeren Atmosphäre bei. Diese unterhaltsame Variante kann in einem Casino mit Live Spielen von Evolution Gaming gespielt werden. Dazu eignet sich das 888Casino am besten, denn nicht nur Evolution Gaming selbst wurde mehrere Jahre in Folge zum Live Casino Provider des Jahres ausgezeichnet, auch 888 hat einen einzigartigen Rekord von mehrfachen Auszeichnungen zum Besten Casino des Jahres, Bester Anbieter des Jahres und noch vielen mehr.